Bemerkenswert

Curiepolis Science News #4: „Der Urknall ist nur eine Hypothese“ — stimmt das?

Das Wort „Urknall“ wurde in einem Radiointerview von dem Astrophysiker Fred Hoyle geprägt, um die von der Mehrheit seiner Kollegen vertretene Hypothese zu persiflieren, das Universum sei durch Expansion aus einem äußerst heißen und dichten Anfangszustand entstanden. Doch jene Kollegen konnten sich schon bald auf einen wachsenden Fundus astronomischer Beobachtungsdaten berufen, die dieser Hypothese beträchtliches Gewicht verleihen: Der von Penzias und Wilson entdeckte kosmische Mikrowellenhintergrund gehört dazu — man deutet diese Strahlung als Relikt aus der Zeit, als das Universum gerade hinreichend kühl und dünn geworden war, um aus einem undurchsichtigen Plasma in ein durchsichtiges neutrales Gas überzugehen —, sowie auch die Nebelflucht: d. h. die Rotverschiebung sehr weit entfernter Galaxien, die mit steigendem Abstand zunimmt und auf eine Ausdehnung des Raumes insgesamt hindeutet, vergleichbar mit aufgehendem Kuchenteig, der die Entfernung zwischen den eingebackenen Rosinen anwachsen lässt, umso stärker, je größer derer gegenseitiger Abstand ist, da sich umso mehr Teig und Backpulver dazwischen befinden. Hieraus ziehen viele Wissenschaftler weitreichende und populäre Schlussfolgerungen: bis hin zu der Annahme, Zeit, Kausalität und Naturgesetze seien zu einem dreizehn bis zwanzig Gigajahre zurückliegenden Augenblick spontan aus dem Nichts entstanden. Dem Papst gefiel diese Vorstellung, als man sie ihm erläuterte, für Philosophen bleibt sie unbefriedigend.

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Curiepolis Science News #3: Elon Musk vs. Physik

„Fein, dann kann er ja gleich den Flughafen fertigbauen!“ „Zwanzig Jahre später hält er dann endlich die Baugenehmigung in den Händen — für den Parkplatz.“ „Er wird rasch merken, dass brandenburgische Arbeiter nicht so mit sich umspringen lassen wie chinesische.“

Als Elon Musk bei der Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ ankündigte, eine riesige Fabrik für seine elektrischen Autos und die zugehörigen Batterien in Brandenburg nahe bei Berlin errichten zu wollen, überhäufte ihn das Internet mit Lob, Skepsis und Kalauern. Dass es eine eigenwillige Entscheidung ist, elektrische Fahrzeuge ausgerechnet in dem Land mit den zweithöchsten Strompreisen Europas herzustellen, bemerkten derweil nur wenige.

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Curiepolis Science News #2: „Im Weltraum ist es kalt“ — stimmt’s?

Poetisch spricht man vom „kalten Mondlicht“ und kaum ein Science-Fiction-Film enthält nicht irgendeinen Dialog, in dem von „klirrender Weltraumkälte“ o.ä. die Rede ist. Das Weltall gilt als kalter Ort. Aber stimmt das überhaupt?

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Curiepolis Science News #1: Warum benutzen wir fossile Brennstoffe?

Mit „Fridays for Future“, „Extinction Rebellion“, den Protesten um den Hambacher Forst und der medial wirksamen schwedischen Schülerin Greta Thunberg hat die ökologische Bewegung der 1970er und 80er eine seltsame Wiederbelebung erfahren: Die damalige Massenbewegung wird als eine Art fertig konsumierbares, abgepacktes Erlebnisprodukt an Jugendliche vermarktet — Retro-Umweltschutzfeeling garantiert familienfreundlich und ohne Nebenwirkungen.

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Was treibt eigentlich der Dichter-Technologe…?

Ja, es gibt mich noch.

Mehrere Monate war ich im „Untergrund“, und manch einer hat eventuell mit einer gewissen Unruhe gegrübelt, was wohl mit mir geschehen sein mochte. Falls jemand sich ernstlich Sorgen gemacht haben sollte, so entschuldige ich mich, nicht früher ein Lebenszeichen ins Internet gesendet zu haben.

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Fahrten und Abenteuer des Dichter-Technologen. Der Strapazen dritter und vorläufig letzter Teil.

[Nachtszene an der Lagune von Curiepolis City. In geringer Entfernung ankernd die Lise Meitner, schattenhafte Libellensilhouette auf noch geringfügig dunklerer Wasserfläche, Ebene von blanker Schwärze überschimmert von grellbunten Lichtreflexe, Spiegelbilder ragender Türme und Arkologien, Kristallklippen aus Energie- und Informationsflussdichte am gegenüberliegenden Ufer. Im Vordergrund unsere vier Freundinnen, gemütlich um ein Feuer gelagert, das sie in einem Stahlfass entzündet haben. Orangegelb tanzender Flammenschein auf Gesichtern, wirft ins Kolossale verzerrte Schattenbilder auf die Maschinenwildnis des Wissenschaftlich-Industriellen-Komplexes – Rohrleitungen, Tanks, Turbosätze, Kabelgestrüpp, Beschleunigerspulen, Trennsäulen, mondweiße Betonmassen, Plasmabögen und kristallinisches Laserlicht, robotische Gliedmaßen Körper Kühlrippen Sinnesorgane pneumatischelektrischhydraulischphotonische Effektoren zusammengesetzt zu metallglänzenden Traumgebilden – rund um die Feuerstelle wie ein undurchdringlicher Nachtwald.]

Annika. Ich find die Idee prima! Mit minimalsten Mitteln ausgeführt, Zwischending von Happening und Installation. Abfallkarton mit Farbe und Vorstellungsvermögen zum Miniatur-Museum: echter Dichter-Technologe.

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Fahrten und Abenteuer des Dichter-Technologen. Der Strapazen zweiter Teil.

—> Teil 1.

Annika. Da sitzt er nun also stolz wie Bolle in seinem Döblin-Haus! Exakt dort, wo Günter Grass seinen Hintern hatte, als er den „Butt“ abfasste, hat nun der Dichter-Technologe den seinen und im Regal nen dicken schönen Stapel Mini-Demonstratoren. Wie gehts weiter mit den guten Stücken? Er wollte sie Leuten in die Hände drücken, richtig? Was denn für Leuten?

Zouzou. Mglw.: reichen Leuten? (Tihi!)

Dya. Seine Wewelsfleth-Zeit tritt in Phase Numero Zwo: Curiepolitanischer Populismus. Sein Ziel: Den Bekanntheitsgrad von Curiepolis extrem erhöhen.

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Aus den Fahrten und Abenteuern des Dichter-Technologen

Preview des zweiten Teils dichtertechnologischer Strapazen!

symphoniedergrossstadt

von Fabian Herrmann

Von Juli bis September 2018 weilte ich im Alfred-Döblin-Haus in Wewelsfleth an der Elbmündung, um, stipendienbeflügelt, mit größter Konzentration an meinem Curiepolis-Roman arbeiten zu können. Nun bin ich wieder in Berlin, und es gilt, einen Bericht für die Akademie der Künste abzufassen. Hierfür wähle ich die Form eines szenischen Gesprächs: Meine Hauptfiguren Annika Palmstroem, Zouzou Guermantes, Dya Rienzi und Murasaki Hikari (siehe Titelbild) unterhalten sich über meinen großen Summer of Twenty-Eighteen!

Ein Auszug aus dem Gespräch:

[Anm.: Im Laufe meines Stipendiums schickte ich den Mini-Demonstrator — die ersten acht Kapitel im fertigen Design — an verschiedene Personen und Institutionen, um weitere Fördermittel zu gewinnen.]

Dya. …schon neigt sich das Stipendium ganz allmählich seinem Ende zu. Es wird kälter draußen, Regen und Wind rauschen ums Döblin-Haus – und im Briefkasten findet er die ersten Antworten auf seine Mini-Demonstrator-Zusendungen: Dem Jan-Philipp Reemtsma leuchtet das Konzept nicht ein. Götz Werner…

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Fahrten und Abenteuer des Dichter-Technologen. Der Strapazen erster Teil.

Das Jahr 2018 war das bislang aufregendste meines Lebens. Am 2. Juli verließ ich Berlin, um zum Alfred-Döblin-Aufenthaltsstipendium nach Wewelsfleth zu fahren. Was weiter geschah, erfährt die Leserin von Annika et al., die sich im Salon der Lise Meitner über die Reise des Dichter-Technologen unterhalten.

(Anm.: Die Namen einiger beteiligter Personen wurden verändert.)

Annika. Das Beste soweit: ganz klar diese Kernkraftwerkswerktorepisode! Ich hätte zu gern die Gesichter der Kontrollettis gesehen, als sie den Dichter-Techologen auf dem Überwachungsmonitor eräugten.

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Curiepolis beim Nuclear Pride Fest in München!

Bei Wind und Mondlicht huscht der Dichter-Technologe quer durch das alte Europa. Die Palmen und staubigen Vulkanlandschaften des äußersten Südens, das graue Wasser der Grachten Hollands hat den Widerhall  seiner Schritte gehört. Nun lenkt er sie gen Marienplatz.

Morgen (21. Oktober) wird die Nuclear Pride Coalition in München die erste Pro-Kernkraft-Kundgebung Deutschlands veranstalten. Was wäre ein solches Ereignis ohne einen Vertreter des Staates, der in der Kerntechnik dem Rest der Welt weit voraus ist?! Haltet Ausschau nach dem Dichter-Technologen.

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